Film

Primetime

Veröffentlichungsjahr: 2026 | Genres: Drama, Thriller, Biopic, Psychothriller, True Crime, Crime
Originaltitel: Primetime
Schauspieler: Robert Pattinson, Merritt Wever, Skyler Gisondo, Matthew Maher, Anna Faris, Bokeem Woodbine, Alex Winter, Phoebe Bridgers, Tony Revolori, Jonathan Lipnicki, Eric Rahill, Sean Bridgers, Jeff Zucker, Creed Bratton, Caroline Hebert, Bob Ari, Bill Heck, Jessica Hecht, Jon Bass, David Fierro, Caveh Zahedi, Jason Woliner, Eugene Kotlyarenko

„Primetime“ ist ein US-amerikanischer psychologischer Crime-Thriller aus dem Jahr 2026 und das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmregisseurs Lance Oppenheim. Mit Robert Pattinson in der Hauptrolle beschäftigt sich der Film mit der Entstehung und den moralischen Abgründen der kontroversen NBC-Sendung „To Catch a Predator“. Grundlage bildet Luke Dittrichs 2007 im „Esquire“ veröffentlichter Artikel „Tonight on Dateline This Man Will Die“, der sich mit einer folgenschweren Aktion der Fernsehsendung auseinandersetzt. Statt eines klassischen Biopics inszeniert Oppenheim die Geschichte als stilisierten Blick auf Macht, Sensationsjournalismus, Selbstinszenierung und die zunehmend verschwimmende Grenze zwischen öffentlicher Gerechtigkeit und medialem Spektakel.


Im Jahr 2006 ist der Journalist Chris Hansen (Robert Pattinson) das Gesicht der erfolgreichen Fernsehsendung „To Catch a Predator“. Gemeinsam mit seiner Produzentin Andie Bender (Merritt Wever) und der von Xavier Von Erck (Matthew Maher) geleiteten Organisation Perverted-Justice organisiert das Team verdeckte Aktionen, bei denen erwachsene Männer im Internet Kontakt zu vermeintlich Minderjährigen aufnehmen. Werden sie zu einem Treffen gelockt, erwartet sie dort jedoch kein Kind, sondern Hansen mit seinem Kamerateam – und anschließend die Polizei.


Für die aufwendig inszenierten Lockaktionen engagiert die Produktion unter anderem den jungen Schauspieler Dan Plum (Skyler Gisondo), der sich als minderjähriger Junge ausgeben soll. Während ihn die Arbeit zunächst verstört, entwickelt er zunehmend Bewunderung für Hansen und dessen öffentliches Auftreten. Gleichzeitig wächst der Erfolg der Sendung. Selbst der für NBC verantwortliche Jeff Zucker (Jeff Zucker), der dem Format persönlich kritisch gegenübersteht, kann sich dessen enormer Popularität nicht entziehen und verschiebt „To Catch a Predator“ schließlich in die Primetime.


Für Hansen wird der Erfolg jedoch zunehmend zur Obsession. Auf der Suche nach spektakuläreren Fällen und noch höheren Einschaltquoten verschieben sich die Grenzen zwischen journalistischer Arbeit, Strafverfolgung und Unterhaltung immer weiter. Als das Team schließlich nach Texas reist, um einen besonders prominenten Verdächtigen vor laufenden Kameras zu stellen, entwickelt sich die geplante Fernsehsensation zu einer Situation, die grundlegende Fragen über Verantwortung, öffentliche Bloßstellung und die Macht medialer Inszenierung aufwirft.


„Primetime“ geht auf ein Drehbuch von Ajon Singh zurück, das wiederum Luke Dittrichs 2007 veröffentlichten „Esquire“-Artikel „Tonight on Dateline This Man Will Die“ adaptiert. Singh wollte dabei ausdrücklich kein konventionelles Biopic über Chris Hansen erzählen, sondern eine gesteigerte, stilisierte und subjektive Geschichte entwickeln, die bewusst zwischen Realität und medialem Spektakel angesiedelt ist. Robert Pattinson und Brighton McCloskey wurden auf Singhs Drehbuch aufmerksam, woraufhin Pattinson zunächst als Produzent zum Projekt stieß und Lance Oppenheim als Regisseur gewinnen konnte. Für Oppenheim bedeutete „Primetime“ den Wechsel vom Dokumentarfilm zum fiktionalen Spielfilm. Inhaltlich knüpfte er dennoch an Themen seiner bisherigen Arbeiten an und interessierte sich insbesondere für die Frage, wie Macht entsteht, ausgeübt und aufrechterhalten wird. Pattinson wollte die Hauptrolle zunächst nicht selbst übernehmen, ließ sich schließlich jedoch von der gemeinsam entwickelten Interpretation Hansens überzeugen. Zur Vorbereitung studierte er zahlreiche Auftritte des realen Journalisten und beschäftigte sich intensiv mit dessen markanter Stimme und Körpersprache. Oppenheim beschrieb Pattinsons Interpretation der Figur als eine Mischung aus Jerry Maguire und Dracula. Chris Hansen selbst war an der Produktion nicht beteiligt. Eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Realität und Fiktion entstand dagegen durch Jeff Zucker, der im Film eine überspitzte Version seiner selbst spielt. Die Dreharbeiten begannen im Februar 2025 unter dem Arbeitstitel „Bluefin Tuna“ in New Orleans und wurden Ende März abgeschlossen. Allein für Dreharbeiten vor Ort in Louisiana gab die Produktion rund 14,5 Millionen US-Dollar aus. Die Filmmusik komponierte Ari Balouzian. Seine Weltpremiere feierte „Primetime“ am 5. September 2026 im Hauptwettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, wo der Film um den Goldenen Löwen konkurrierte. Besonders Robert Pattinsons Verwandlung in Chris Hansen sowie Oppenheims stark stilisierte Inszenierung sorgten anschließend für Aufmerksamkeit. Eine zusätzliche Besonderheit bildete die Besetzung mehrerer kleiner Rollen mit Filmemachern wie Caveh Zahedi, Jason Woliner und Eugene Kotlyarenko. Auch Musikerin Phoebe Bridgers übernahm als Lockvogel Del Harvey eine ihrer bislang prominentesten Schauspielrollen. Damit behandelt „Primetime“ nicht nur einen konkreten Skandal der amerikanischen Fernsehgeschichte, sondern nutzt die Geschichte von „To Catch a Predator“ zugleich als Auseinandersetzung mit performativer Gerechtigkeit, öffentlicher Bloßstellung und der Frage, wann journalistische Aufklärung selbst zur Unterhaltung wird.


Pressematerial © A24| LEONINE
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Lance Oppenheim
Drehbuch: Ajon Singh
Produzent: Ari Aster, Robert Pattinson
Musik: Ari Balouzian
Kamera: David Bolen
Schnitt: Daniel Garber

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