Film

Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis

Veröffentlichungsjahr: 1987 | Genres: Horror, Schwarze Komödie, Vampirfilm, Neo Western
Originaltitel: Near Dark
Schauspieler: Adrian Pasdar, Jenny Wright, Lance Henriksen, Bill Paxton, Jenette Goldstein, Tim Thomerson, Marcie Leeds, Joshua Miller, Roger Aaron Brown, James LeGros

„Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ ist ein US-amerikanischer Vampirfilm aus dem Jahr 1987 und der erste, allein inszenierte Spielfilm von Regisseurin Kathryn Bigelow. Der Film verbindet klassischen Vampirhorror mit Elementen des Westerns, Roadmovies, Gangsterfilms und der Romanze und entwickelte sich nach einem zunächst wenig erfolgreichen Kinostart mit der Zeit zum Kultfilm. Besonders prägend sind seine nächtliche, staubige Atmosphäre, die Kameraarbeit von Adam Greenberg und der elektronische Soundtrack von Tangerine Dream. Heute gilt „Near Dark“ als einer der ungewöhnlicheren und einflussreicheren Vampirfilme der 1980er-Jahre.


Der junge Caleb Colton (Adrian Pasdar) lebt gemeinsam mit seinem Vater Loy (Tim Thomerson) und seiner jüngeren Schwester Sarah (Marcie Leeds) auf einer Ranch in Oklahoma. Eines Abends begegnet er der geheimnisvollen Mae (Jenny Wright), zu der er sich sofort hingezogen fühlt. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, doch kurz vor Sonnenaufgang nimmt die Begegnung eine unerwartete Wendung: Mae (Jenny Wright) beißt Caleb (Adrian Pasdar) in den Hals und verschwindet anschließend überstürzt.


Schon am nächsten Morgen bemerkt Caleb (Adrian Pasdar), dass etwas mit ihm nicht stimmt. Das Sonnenlicht schwächt ihn zunehmend, bevor er von einer Gruppe Fremder aufgegriffen wird. Angeführt wird diese von dem charismatischen Jesse Hooker (Lance Henriksen), zu dessen Begleitern der unberechenbare Severen (Bill Paxton), Diamondback (Jenette Goldstein), Homer (Joshua Miller) und auch Mae (Jenny Wright) gehören. Caleb (Adrian Pasdar) erkennt schnell, dass es sich bei ihnen um eine nomadisch lebende Gemeinschaft von Vampiren handelt. Um bei ihnen bleiben zu können, muss er sich ihrer brutalen Lebensweise anpassen – doch gerade das Töten fällt ihm schwer. Gleichzeitig beginnt für Caleb (Adrian Pasdar) ein Kampf zwischen seiner wachsenden Bindung an Mae (Jenny Wright) und dem Wunsch, zu seiner Familie und seinem bisherigen Leben zurückzukehren.


Regie bei „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ führte Kathryn Bigelow, die das Drehbuch gemeinsam mit Eric Red verfasste. Produziert wurde der Film von Steven-Charles Jaffe und Eric Red. Für die atmosphärische Filmmusik zeichnete die deutsche Elektronik-Rockgruppe Tangerine Dream verantwortlich, während Adam Greenberg die Kameraarbeit übernahm. Geschnitten wurde der Film von Howard E. Smith. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Casa Grande und Coolidge in Arizona sowie in Los Angeles und Oklahoma statt.


Mit einem Budget von rund fünf Millionen US-Dollar war „Near Dark“ keine Großproduktion. An den Kinokassen spielte der Film zunächst lediglich ungefähr drei Millionen Dollar ein und war damit kein kommerzieller Erfolg. Erst durch seine spätere Videoauswertung konnte er finanziell Boden gutmachen und sich nach und nach ein größeres Publikum erschließen. Finanziert wurde die Produktion durch ein Joint Venture mehrerer privater Investoren, während Hemdale den Film veröffentlichte.


Kathryn Bigelow inszenierte „Near Dark“ bewusst nicht als konventionellen Vampirfilm. Statt gotischer Schlösser und klassischer Horrorkulissen verlegte sie die Geschichte in die staubigen Landschaften des amerikanischen Südwestens und verband den Vampirmythos mit Motiven des Westerns und Roadmovies. Dadurch wirkt die Vampirgruppe weniger wie eine Ansammlung übernatürlicher Monster als wie eine gesetzlose Bande, die rastlos durch das Land zieht. Gerade diese Mischung verschiedener Genres wurde zu einem der charakteristischen Merkmale des Films.


Eine auffällige Verbindung besteht zu James Camerons „Aliens – Die Rückkehr“, der ein Jahr zuvor erschienen war. Lance Henriksen, Bill Paxton und Jenette Goldstein hatten dort bereits gemeinsam zur Besetzung gehört und fanden sich für „Near Dark“ erneut vor der Kamera zusammen. Bigelow baute sogar eine kleine Anspielung darauf ein: Zu Beginn des Films ist im Hintergrund ein Kino zu sehen, auf dessen Anzeigetafel „Aliens“ steht. Ursprünglich war Michael Biehn für die Rolle des Jesse Hooker vorgesehen, doch dieser lehnte ab, da er das Drehbuch als verwirrend empfand. Daraufhin übernahm Lance Henriksen die Rolle.


Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung wurde „Near Dark“ teilweise wegen seiner Härte und seines hohen Gewaltgrades kritisiert. Langfristig änderte sich die Wahrnehmung jedoch deutlich. Der Film entwickelte sich zum Kultwerk und wird mittlerweile regelmäßig zu den bemerkenswertesten Vampirfilmen gezählt. Gerade seine Verbindung aus Horror, Western, Roadmovie und Liebesgeschichte sowie die düstere Bildsprache trugen zu seinem späteren Ruf bei. Kathryn Bigelow wurde für ihre Regie unter anderem mit dem Silver Raven beim International Fantasy Film Festival ausgezeichnet; außerdem erhielt der Film mehrere Saturn-Award-Nominierungen.


Interessant ist auch die deutsche Veröffentlichungsgeschichte: Die FSK-16-DVD wurde gegenüber der ungeschnittenen deutschen FSK-18-Fassung um 17 Sekunden gekürzt. Einen wesentlichen Anteil an der unverwechselbaren Stimmung besitzt zudem die Musik von Tangerine Dream, während Kameramann Adam Greenberg später unter anderem auch an „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“, „Eraser“ und „Rush Hour“ beteiligt war.


Pressematerial © F/M | StudioCanal
Trailer © Shudder
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Eric Red, Kathryn Bigelow
Produzent: Steven-Charles Jaffe, Eric Red
Musik: Tangerine Dream
Kamera: Adam Greenberg
Schnitt: Howard E. Smith

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