Film

Ich möchte kein Mann sein

Veröffentlichungsjahr: 1918 | Genres: Komödie, Liebesfilm, Queer Cinema, Kurzfilm, Stummfilm
Originaltitel: Ich möchte kein Mann sein
Schauspieler: Ossi Oswalda, Curt Goetz, Ferry Sikla, Margarete Kupfer, Victor Janson

Ich möchte kein Mann sein ist ein deutscher Stummfilm von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1918. Die kurze Komödie zählt zu den frühen Arbeiten des Regisseurs und gilt als Beispiel für seinen später berühmt gewordenen Lubitsch Touch, der sich bereits hier in spielerischer Eleganz, pointiertem Humor und einer modernen Sicht auf Geschlechterrollen zeigt. In der Hauptrolle ist Ossi Oswalda zu sehen, die zu den populärsten Schauspielerinnen des deutschen Stummfilms gehörte und mit Lubitsch mehrfach zusammenarbeitete. Der Film entstand während des Ersten Weltkriegs und markiert zugleich eine Phase, in der Lubitsch sich zunehmend vom reinen Klamauk hin zu gesellschaftlich kommentierenden Komödien entwickelte.

Die Geschichte folgt der jungen Ossi, die sich gegen die strengen Erwartungen ihres Vormunds und die gesellschaftlichen Regeln für Frauen auflehnt. Genervt von den vielen Einschränkungen beschließt sie, für einen Abend in die Rolle eines Mannes zu schlüpfen, um die vermeintlichen Freiheiten des männlichen Alltags zu erleben. Ihr Ausflug in die Welt der Herren führt zu amüsanten Verwicklungen, überraschenden Begegnungen und einer Reihe von Situationen, die die Geschlechterkonventionen humorvoll hinterfragen.

Der Film wurde in Berlin von der Projektions-AG Union (PAGU) produziert, wo Lubitsch zu dieser Zeit als Schauspieler, Regisseur und Autor tätig war. Gedreht wurde überwiegend in Studio-Settings, die typisch für die frühen PAGU-Produktionen waren. Ossi Oswalda war zu dieser Zeit eines der Aushängeschilder des Studios und wurde von Lubitsch gezielt als komödiantische Hauptdarstellerin aufgebaut. Die Produktion profitierte von Lubitschs Erfahrung im Theater und seiner Fähigkeit, pointierte Szenen mit präzisem Timing zu inszenieren. Ich möchte kein Mann sein gehört zu einer Reihe von Filmen, in denen Lubitsch Geschlechterrollen und gesellschaftliche Normen mit Leichtigkeit und Witz hinterfragte – ein Ansatz, der später auch seine Hollywood-Karriere prägen sollte.


Pressematerial © Projektions-AG Union (PAGU) | Universum Film (UFA) | One Gate Media
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Ernst Lubitsch
Drehbuch: Hanns Kräly, Ernst Lubitsch
Produzent: Paul Davidson
Kamera: Theodor Sparkuhl

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