Film

Die Mitte der Welt

Veröffentlichungsjahr: 2016 | Genres: Drama, Coming of Age, Literaturverfilmung, Queer Cinema, Sozialdrama, Romanze, Arthouse
Originaltitel: Die Mitte der Welt
Schauspieler: Louis Hofmann, Jannik Schümann, Sabine Timoteo, Ada Philine Stappenbeck, Svenja Jung, Inka Friedrich, Sascha Alexander Gersak, Nina Proll, Milena Cestao Kolbowski, Can Bulut, Sarah Fuhrer, Thomas Goritzki, Bendix Hansen, Clemens Rehbein, Manuel Schmitz, Christian Skibinski, Aurélie Thépaut

Die Mitte der Welt ist ein deutsch‑österreichischer Coming‑of‑Age‑Film von Jakob M. Erwa, der am 10. November 2016 in die deutschen Kinos kam. Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Andreas Steinhöfel aus dem Jahr 1998, der zahlreiche Auszeichnungen erhielt und als erstes deutsches Kinderbuch auf die Spiegel‑Bestsellerliste gelangte. Der Film entstand unter anderem mit Unterstützung des Filmfonds Wien sowie der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung und wurde von der Neuen Schönhauser Filmproduktion, mojo:pictures und Prisma Film produziert.


Jakob M. Erwa, der sowohl Regie als auch Drehbuch übernahm, arbeitete sechs Jahre an der Umsetzung, nachdem er sich die Rechte am Roman gesichert hatte. Die Hauptrolle des Phil spielt Louis Hofmann, der kurz vor der Premiere als Bester Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet wurde. Sabine Timoteo verkörpert die Mutter Glass, Ada Philine Stappenbeck die Zwillingsschwester Dianne, Jannik Schümann spielt Nicholas, Phils große Liebe, und Svenja Jung übernimmt die Rolle der exzentrischen Kat. Weitere Rollen sind mit Inka Friedrich (Tereza), Nina Proll (Pascal), Sascha Alexander Geršak (Michael), Thomas Goritzki (Lehrer Händel), Clemens Rehbein (Kyle), Bendix Hansen (Phil als Kind) und Sarah Fuhrer (Dianne als Kind) besetzt.


Der Film feierte seine Premiere 2016 gleichzeitig auf dem Filmfest München und dem Internationalen Filmfestival Moskau. Es folgten Präsentationen auf der Filmkunstmesse Leipzig, dem Palm Springs International Film Festival und dem Tel Aviv LGBT Film Festival. Die Free‑TV‑Premiere lief am 30. August 2018 auf arte. Die Mitte der Welt erhielt zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen, darunter den Preis der Jugendjury in Leipzig, den Kinder‑Medien‑Preis Der weiße Elefant sowie den Österreichischen Filmpreis für die Beste Musik. Die Deutsche Film‑ und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“.


Phil (Louis Hofmann) kehrt nach einem Sommercamp in die abgelegene Villa Visible zurück, wo er mit seiner Mutter Glass (Sabine Timoteo) und seiner Zwillingsschwester Dianne (Ada Philine Stappenbeck) lebt. Doch etwas hat sich verändert: Zwischen den beiden Frauen herrscht eine spürbare Spannung, die Phil nicht einordnen kann. Während er versucht, die letzten Ferientage mit seiner besten Freundin Kat (Svenja Jung) zu genießen, wächst das Gefühl, dass in seiner Familie etwas Ungesagtes brodelt.


Mit dem neuen Schuljahr tritt Nicholas (Jannik Schümann) in Phils Leben — ein Junge, der sofort eine besondere Faszination auslöst. Zwischen ihnen entsteht eine intensive Nähe, die Phil zum ersten Mal hoffen lässt, wirklich gesehen zu werden. Unterstützt von Tereza (Inka Friedrich) und Pascal (Nina Proll), ein befreundetes lesbisches Paar, erlebt er Momente voller Leichtigkeit, doch gleichzeitig spürt er, dass Nicholas Geheimnisse hat, die ihre Verbindung auf die Probe stellen.


Während Phil versucht, seine Gefühle zu sortieren, bemerkt er, dass Dianne nachts heimlich verschwindet. Ihre nächtlichen Ausflüge führen ihn zu Fragen, die tief in die Vergangenheit der Familie reichen — zu Geschichten, die nie ausgesprochen wurden und die erklären könnten, warum alles plötzlich auseinanderzufallen scheint.


Zwischen erster Liebe, familiären Brüchen und dem Wunsch nach Zugehörigkeit muss Phil herausfinden, wo seine eigene „Mitte der Welt“ liegt — und welchen Weg er gehen will, wenn die Wahrheit ans Licht kommt.


Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. Gelobt wurden die sensible Darstellung jugendlicher Identitätssuche, die Leichtigkeit der Erzählweise und die zärtliche Inszenierung der Liebesgeschichte zwischen Phil und Nicholas. Kritiker:innen hoben besonders die Leistungen von Louis Hofmann und Jannik Schümann hervor. In Russland sorgte der Film aufgrund seiner queeren Thematik für Diskussionen, wurde vom Publikum jedoch freundlich aufgenommen.


Der Film ist in Deutschland FSK 12. Die Freigabebegründung hebt die ruhige, einfühlsame Erzählweise hervor, die jugendaffine Themen wie Familie, erste Liebe und Identitätssuche behandelt. Poetische Passagen wechseln sich mit konfliktreichen Momenten ab, die Kinder unter zwölf Jahren verunsichern könnten.

Pressematerial © ARTE | Universum Film (UFA)
Trailer © LEONINE Studios 
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)



Regie: Jakob M. Erwa
Drehbuch: Jakob M. Erwa, Andreas Steinhöfel (Romanvorlage)
Produzent: Boris Schönfelder, Bernhard zu Castell, Jakob M. Erwa, Mathias Forberg, Viktoria Salcher, Cornelius Conrad, Andrea Hanke, Heinrich Mis, Georg Steinert
Musik: Paul Gallister
Kamera: The Chau Ngo
Schnitt: Carlotta Kittel

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