Film

Der Tod des Empedokles oder: Wenn dann der Erde Grün von neuem Euch erglänzt

Veröffentlichungsjahr: 1987 | Genres: Drama, Historienfilm, Literaturverfilmung
Originaltitel: La Mort d’Empédocle
Schauspieler: Andreas von Rauch, Vladimir Baratta, Martina Baratta, Ute Cremer, Howard Vernon, William Berger, Federico Hecker, Peter Boom, Giorgio Baratta, Georg Brintrup, Achille Brugnini, Manfred Esser, Hans Peter Kammerer

Der Tod des Empedokles – oder: wenn dann der Erde Grün von neuem euch erglänzt (Kurztitel: Der Tod des Empedokles, französischer Titel: La Mort d’Empédocle) ist ein deutsch‑französischer Film von Danièle Huillet und Jean‑Marie Straub aus dem Jahr 1986. Grundlage ist die zweiaktige Erstfassung von Friedrich Hölderlins unvollendetem Trauerspiel Der Tod des Empedokles. Der Film gehört zu den zentralen Arbeiten des Regiepaars, das Hölderlins Sprache, Rhythmus und politische Dimension in eine streng formale, anti‑illusionistische Filmästhetik überführt.


Der Film wurde 1987 im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt und anschließend auf internationalen Festivals gezeigt, darunter Locarno und Rotterdam. Später war er Teil mehrerer Retrospektiven, etwa bei der Viennale und im Museum of Modern Art in New York. Die Auseinandersetzung mit Hölderlins Empedokles‑Fragmenten setzten Straub/Huillet 1988 mit dem Folgefilm Schwarze Sünde fort.

Im Zentrum steht der Philosoph und Dichter Empedokles, der sich im Konflikt mit der Gemeinschaft seiner Stadt befindet. Seine Überzeugungen, sein Verhältnis zur Natur und sein Anspruch auf geistige Autonomie bringen ihn in eine unauflösbare Spannung zu den politischen und sozialen Erwartungen seiner Umgebung. Der Film folgt Empedokles’ Gesprächen, Reden und Begegnungen, die Hölderlins Sprache in den Vordergrund stellen und die existenziellen Fragen des Textes – Freiheit, Verantwortung, Gemeinschaft – in einer konzentrierten, zeitlosen Form erfahrbar machen.


Straub und Huillet arbeiteten mit einem Ensemble, das Hölderlins Text in präziser, oft bewusst unpathetischer Sprechweise vorträgt. Gedreht wurde in südfranzösischen Landschaften, deren karge Schönheit die formale Strenge der Inszenierung unterstützt. Die Regie verzichtet auf dramatische Zuspitzungen und setzt stattdessen auf lange Einstellungen, klare Bildkompositionen und eine radikale Texttreue. Diese Arbeitsweise, häufig als sperrig oder abweisend beschrieben, ist zentral für das filmische Konzept: Die Distanz, die entsteht, soll die Eigenständigkeit und Unberührtheit von Hölderlins Versen bewahren.


Viele Kritiker:innen betonen, dass der Film sich nicht anbietet, sondern fordert – und gerade darin seine Wirkung entfaltet. Die strenge Form, die bewusste Entschleunigung und die Konzentration auf Sprache machen Der Tod des Empedokles zu einem Schlüsselwerk im Werk von Straub/Huillet und zu einem außergewöhnlichen Beitrag der filmischen Hölderlin‑Rezeption.


Pressematerial © Janus-Film | Les Films du Losange | Hessischer Rundfunk
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub
Drehbuch: Friedrich Hölderlin, Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, Dietrich E. Sattler
Produzent: Roland Caspary, Jerome Clément, Rosemarie Gockel, Klaus Hellwig, Margaret Ménégoz, Barbet Schroeder
Kamera: Renato Berta
Schnitt: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub

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