Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht 1948 (Suhrkamp Verlag)
Veröffentlichungsjahr: 1992 | Genres: Drama, Historienfilm, Literaturverfilmung
Originaltitel: Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht 1948 (Suhrkamp Verlag)
Schauspieler: Astrid Ofner, Ursula Ofner, Hans Diehl, Kurt Radeke, Michael Maassen, Rainer Philippi, Werner Rehm, Lars Studer, Stephan Wolf-Schönburg, Albert Hetterle, Mario di Mattia, Michael König, Libgart Schwarz
Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung, für die Bühne bearbeitet von Brecht – häufig schlicht Antigone genannt – ist ein Film von Jean‑Marie Straub und Danièle Huillet aus dem Jahr 1992. Das Werk verbindet Hölderlins poetische Sprache mit Brechts dramaturgischer Strenge und Straub/Huillets radikal reduzierter Filmsprache. Entstanden ist ein konzentriertes, formal anspruchsvolles Projekt, das die klassische Tragödie in eine moderne, politische und zugleich streng textorientierte Filmform überführt.
Die Geschichte folgt Antigone, die sich gegen den Befehl des Herrschers Kreon stellt, ihren gefallenen Bruder unbestattet zu lassen. Der Konflikt zwischen individueller moralischer Verpflichtung und staatlicher Autorität bildet das Zentrum der Tragödie. Straub und Huillet legen den Fokus auf Sprache, Gestus und die philosophischen Dimensionen des Textes, wodurch die Handlung als zeitlose Auseinandersetzung mit Macht, Gesetz und Gewissen erfahrbar wird.
Der Film entstand in enger Zusammenarbeit mit einem Ensemble, das die strenge, textnahe Arbeitsweise von Straub/Huillet trägt. Gedreht wurde überwiegend in kargen, bewusst ausgewählten Landschaften und Räumen, die die formale Klarheit der Inszenierung unterstreichen. Die Regisseure setzten auf lange Einstellungen, präzise gesprochene Texte und eine minimalistische Bildgestaltung, die ihre filmische Handschrift prägt. Die Produktion knüpft an Straub/Huillets Tradition an, klassische Texte in eine politisch reflektierte, anti‑illusionistische Filmform zu überführen und damit neue Perspektiven auf bekannte Stoffe zu eröffnen.
Pressematerial © Regina Ziegler Filmproduktion | Pierre Grise Productions | Produktion Straub-Huillet | KNM Home Entertainment
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub
Drehbuch: Bertolt Brecht, Friedrich Hölderlin, Sophocles
Produzent: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub, Martine Marignac, Regina Ziegler
Musik: Michael Gielen
Kamera: William Lubtchansky
Schnitt: Nicole Lubtchansky