The Watermelon Woman
Veröffentlichungsjahr: 1996 | Genres: Drama, Komödie, Tragikomödie, Queer Cinema, Romanze , Blaxploitation-Film
Originaltitel: The Watermelon Woman
Schauspieler: Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Valarie Walker, Lisa Marie Bronson, Cheryl Clarke, Irene Dunye, Brian Freeman, Ira Jeffries, Shirley Hamilton, Alexandra Juhasz, Camille Paglia, Sarah Schulman, V.S. Brodie, Shelley Olivier, Annie Heath, David Rakoff, Toshi Reagon, Christopher Ridenhour, Kat L Robertson, Jocelyn Taylor, Bill Wayterra, Elaine Freeman, Erin Cramer, Wellington Love, Toni Nash, Zoe Goldberg, Calder Goldberg, Shanell Johnson, Olivia Bokelman, Madelyn Bokelman, Barry Swimar, Sara Vogt, Ana Margaret Sanchez, Eve Oishi, Joy Malinowski, Anthony Christopher, Suzi Nash, Earl Pittman, Jonathan Ellis, T. LaMonte McKinnon, S. Elizabeth Evans, Amadee Braxton, Denise Sneed, Robert Reid-Pharr, David Hanson, Rita Porter, Brian Baisemore, Gail Lloyd, Tatum Kendall, Tania Galloni, Jake Carlo, Zanobia Webb uvm.
„The Watermelon Woman“ ist eine US-amerikanische Tragikomödie aus dem Jahr 1996, die sowohl als Meilenstein des afroamerikanischen Kinos als auch des New Queer Cinema gilt. Im Zentrum steht die junge Regisseurin Cheryl Dunye, die beim Ansehen eines alten Hollywoodfilms auf eine schwarze Schauspielerin stößt, die im Abspann lediglich als „The Watermelon Woman“ bezeichnet wird – ohne Namensnennung oder Hintergrundinformation. Von Neugier getrieben, beginnt Cheryl, mehr über die vergessene Darstellerin herauszufinden. Sie dokumentiert ihre Recherchen in einem eigenen Filmprojekt, das sich nicht nur mit der Frau selbst, sondern auch mit den stereotypen Darstellungen Schwarzer Frauen in der Filmgeschichte auseinandersetzt. Gleichzeitig muss sie sich auch im persönlichen Leben immer wieder mit rassistischen und klischeebehafteten Zuschreibungen auseinandersetzen.
Nach seiner Premiere auf der Berlinale 1996 war der Film auf mehreren internationalen Festivals zu sehen und kam im März 1997 auch in die US-amerikanischen Kinos. 2016 wurde er anlässlich einer Teddy-Retrospektive auf der Berlinale erneut gezeigt. Im Zuge einer digitalen Restaurierung feierte er zudem Wiederaufführungen in ausgewählten US-Kinos sowie beim San Francisco International Film Festival.
Cheryl (Cheryl Dunye) ist eine aufstrebende, queere Filmemacherin und Videoverleiherin in Philadelphia, die sich leidenschaftlich für Filmgeschichte interessiert – insbesondere für die Darstellung Schwarzer Frauen im klassischen Hollywoodkino. Als sie beim Ansehen eines alten Films auf eine unbenannte afroamerikanische Schauspielerin stößt, die nur unter dem Titel „The Watermelon Woman“ bekannt ist, beginnt sie eine persönliche und künstlerische Reise: Sie will herausfinden, wer diese Frau war und warum sie aus der offiziellen Filmgeschichte scheinbar ausgelöscht wurde.
Während sie Archive durchforstet, Interviews führt und selbst mit der Kamera dokumentiert, trifft Cheryl auf unterschiedliche Menschen, die ihre Suche beeinflussen – darunter ihre beste Freundin Tamara (Valerie Walker), die sie bei ihren Recherchen unterstützt, aber auch mit kritischen Fragen konfrontiert. Zudem beginnt Cheryl eine Beziehung mit Diana (Guinevere Turner), einer weißen Kundin aus der Videothek, was neue Spannungsfelder rund um Intersektionalität, Rassismus und Begehren eröffnet.
„The Watermelon Woman“ bewegt sich zwischen dokumentarischem Stil und Fiktion, reflektiert auf kluge, oft humorvolle Weise die Wechselwirkungen zwischen persönlicher Identität, Erinnerung und kultureller Repräsentation. Der Film ist nicht nur ein Porträt der queeren, afroamerikanischen Lebensrealität der 1990er-Jahre, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Lücke, die marginalisierte Menschen in der traditionellen Geschichtsschreibung hinterlassen.
Pressematerial ©Dancing Girl
Trailer © Mubi
Regie: Cheryl Dunye
Drehbuch: Cheryl Dunye, Douglas McKeown
Produzent: Benjy Blanco, Cheryl Dunye, Benjamin Goldberg, Alexandra Juhasz, Judy LeBold, Zoe Leonard, Michael Light, Joy Malinowski, Burke Moody, Marc Smolowitz, Barry Swimar, Annie Taylor, Cate Wilson
Musik: Paul Shapiro
Kamera: Michelle Crenshaw
Schnitt: Annie Taylor