Sleepy Hollow
Veröffentlichungsjahr: 1999 | Genres: Fantasy, Horror, Mystery, Slasher-Film, Folklore
Originaltitel: Sleepy Hollow
Schauspieler: Johnny Depp, Christina Ricci, Miranda Richardson, Michael Gambon, Casper Van Dien, Jeffrey Jones, Christopher Lee, Richard Griffiths, Ian McDiarmid, Michael Gough, Marc Pickering, Christopher Walken, Ray Park, Steven Waddington, Claire Skinner, Alun Armstrong, Mark Spalding, Lisa Marie, Peter Guinness, Martin Landau
Tim Burtons "Sleepy Hollow" ist ein atmosphärisch dichter Horrorfilm aus dem Jahr 1999, der Elemente aus Washington Irvings klassischer Erzählung The Legend of Sleepy Hollow aufgreift und in eine düster-märchenhafte Welt überführt. Die Hauptrolle des Ichabod Crane spielt Johnny Depp, an seiner Seite sind unter anderem Christina Ricci, Miranda Richardson, Michael Gambon und Christopher Walken zu sehen. Der Film entstand in einer amerikanisch-deutschen Koproduktion und wurde vollständig in England gedreht, wo Burton ideale Bedingungen für das neblige, gotische Setting fand. Für die visuelle Gestaltung war Kameramann Emmanuel Lubezki verantwortlich, die Musik komponierte Burtons langjähriger Weggefährte Danny Elfman.
Die Handlung führt ins Jahr 1799 und folgt dem jungen Constable Ichabod Crane aus New York, dessen unkonventionelle Ermittlungsmethoden auf Skepsis stoßen. Als er nach Sleepy Hollow geschickt wird, um eine Reihe grausamer Morde aufzuklären, stößt er auf eine Dorfgemeinschaft, die von Angst und Aberglauben beherrscht wird. Der Legende nach treibt dort ein kopfloser Reiter sein Unwesen, der seine Opfer auf schaurige Weise enthauptet. Crane, der fest an Logik und Wissenschaft glaubt, versucht, den Fall mit rationalen Mitteln zu lösen, doch schon bald wird er mit Ereignissen konfrontiert, die seine Überzeugungen ins Wanken bringen. Gemeinsam mit der jungen Katrina van Tassel und dem Waisenjungen Masbath begibt er sich auf die Spur des Geheimnisses, das weit in die dunkle Vergangenheit des Ortes reicht.
Burtons "Sleepy Hollow" verbindet klassische Gothic-Horror-Elemente mit seinem typischen visuellen Stil – neblige Wälder, verschlungene Pfade, expressionistische Architektur und detailverliebte Kostüme erschaffen eine Welt zwischen Realität und Albtraum. Dabei bleibt der Film stets eine Hommage an das amerikanische Gruselmärchen, das Burton in eine ästhetisch verspielte, zugleich aber makabre und melancholische Form bringt.
Die Produktion des Films profitierte von einem herausragenden Ensemble britischer Schauspielenden und einer präzisen Szenenarchitektur, die den Look eines viktorianischen Horrormärchens erzeugt. Aufgrund der teils intensiven Gewaltdarstellungen erhielt "Sleepy Hollow" in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren; eine gekürzte Version für ein jüngeres Publikum wurde zeitweise in den Kinos gezeigt.
Washington Irvings ursprüngliche Erzählung diente nur als lose Vorlage. In der literarischen Fassung ist Ichabod Crane kein Polizist, sondern ein Schulmeister, der im kleinen Dorf Sleepy Hollow um die Gunst der jungen Katrina van Tassel wirbt, während die Legende des kopflosen Reiters in den Geschichten der Dorfbewohner weiterlebt. Tim Burton veränderte diese Grundlage zu einem eigenständigen Werk, das historische, mythologische und okkulte Motive miteinander verwebt.
Die Figur des sogenannten „Hessischen Reiters“ geht historisch auf deutsche Söldner zurück, die während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs auf Seiten der Briten kämpften. Viele dieser Soldaten stammten aus Hessen-Kassel, weshalb sie in der englischen Geschichtsschreibung als „Hessians“ bezeichnet werden – eine Anspielung, die auch in Burtons Film aufgegriffen wird.
Schon vor und nach Burtons Version gab es zahlreiche Adaptionen von Irvings Geschichte. Eine der bekanntesten älteren Fassungen stammt von Disney: Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte (1949) erzählte die Geschichte als humorvoll-gruselige Zeichentrickepisode. Später folgte 2004 eine moderne Variante unter dem Titel The Hollow, die die Handlung in die Gegenwart versetzte.
Mit "Sleepy Hollow" schuf Tim Burton jedoch eine der eindrucksvollsten Interpretationen des Stoffes – ein düster-romantisches Märchen über Vernunft und Aberglaube, über Schuld, Liebe und den Preis des Wissens, getragen von Burtons unverwechselbarer Handschrift.
Pressematerial ©Constantin Film
Trailer ©Paramount Scares
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Kevin Yagher, Andrew Kevin Walker
Produzent: Scott Rudin, Adam Schroeder
Musik: Danny Elfman
Kamera: Emmanuel Lubezki
Schnitt: Chris Lebenzon, Joel Negron