Film

Liebe ist kälter als der Tod

Veröffentlichungsjahr: 1969 | Genres: Komödie, Krimi, Film Noir, Crime
Originaltitel: Liebe ist kälter als der Tod
Schauspieler: Ulli Lommel, Hanna Schygulla, Katrin Schaake, Liz Söllner, Gisela Otto, Ursula Strätz, Monika Nüchtern, Hans Hirschmüller, Les Olvides, Peer Raben, Howard Gaines, Peter Moland, Kurt Raab, Peter Berling, Anastassios Karalas, Rudolf Waldemar Brem, Yaak Karsunke, Hannes Gromball, Ingrid Caven, Rainer Werner Fassbinder, Irm Hermann, Franz Maron

"Liebe ist kälter als der Tod" ist der erste abendfüllende Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder, der 1969 in der Bundesrepublik Deutschland entstand. Der Schwarzweißfilm, der stilistisch stark vom Gangsterfilm beeinflusst ist, wurde in nur 24 Tagen in München gedreht und kostete etwa 95.000 DM. Die Uraufführung fand am 26. Juni 1969 auf der Berlinale statt, der Kinostart erfolgte am 16. Januar 1970, und die ARD zeigte den Film erstmals am 18. Januar 1971.

Fassbinder übernahm Regie, Drehbuch und Schnitt (unter dem Pseudonym Franz Walsch), die Musik komponierten Peer Raben und Holger Münzer, während Dietrich Lohmann die Kamera führte. Die Produktion lag bei antiteater-X-Film unter der Leitung von Peer Raben und Thomas Schamoni. Die Ausstattung der Schauplätze ist bewusst karg gehalten, mit fast leeren Räumen, weißen Wänden, einem Tisch und einem Stuhl, ergänzt durch lange, statische Kameraeinstellungen. Viele Schauspielende übernahmen neben ihrer Hauptrolle zusätzliche Aufgaben am Set; so war Ulli Lommel auch an der Ausstattung beteiligt, Katrin Schaake am Drehbuch und Schnitt, und Peer Raben als Musiker auch als Darsteller aktiv.

Im Film gerät der Münchner Zuhälter Franz (Rainer Werner Fassbinder) in ein Spannungsfeld zwischen Loyalität und Gefahr, als er dem eleganten, charismatischen Bruno (Ulli Lommel) begegnet, dessen Verbindungen zum kriminellen Syndikat Franz in komplizierte Situationen bringen. Franz’ Freundin Joanna (Hanna Schygulla) ist in das Geschehen involviert und gerät zwischen Loyalität, Angst und Eifersucht. Im Verlauf der Geschichte kommt es zu einem Zusammenspiel von Vertrauen, Macht und Konflikten, das die Figuren auf die Probe stellt, ohne dass der Film die Handlung mit expliziten Gewaltdetails vorwegnimmt. Unterstützt werden sie von einer Vielzahl von Nebenfiguren, darunter Peter (Hans Hirschmüller), die Dame im Zug (Katrin Schaake), ein Schuster und illegaler Waffenhändler (Peter Berling), mehrere Prostituierte (Gisela Otto, Ingrid Caven, Ursula Strätz), eine Sonnenbrillenverkäuferin (Irm Hermann), Georges (Les Olvides), Jürgen (Wil Rabenbauer) und weitere Polizisten und Stadtfiguren.

Fassbinder ließ sich in der Ästhetik des Films von der französischen Nouvelle Vague und dem Film noir inspirieren und setzte stark auf kontrastreiche Schwarzweißbilder und stimmungsvolle Beleuchtung, um die Kälte und Distanz zwischen den Figuren zu betonen. Die Musik spielte dabei von Anfang an eine zentrale Rolle, um die Atmosphäre zu unterstützen, während Fassbinder bei der Ausstattung und Requisitenwahl auf Referenzen zu zeitgenössischen Gangsterfilmen wie Jean-Pierre Melvilles Der eiskalte Engel zurückgriff. Mehrfach werden im Film stilistische Anspielungen auf andere Werke gesetzt, etwa auf Claude Chabrol, Eric Rohmer und Jean-Marie Straub, die Fassbinder besonders beeinflussten.

Fassbinder beschrieb "Liebe ist kälter als der Tod" als ein Werk über Menschen, die in Rollen schlüpfen, um sich in einer Welt zu behaupten, die ihnen kaum Möglichkeiten bietet. Der Film untersucht die Ambivalenz von Liebe und Gewalt und zeigt, wie Gefühle manipuliert und missbraucht werden können, ohne dabei moralisch zu urteilen. Er wollte, dass das Publikum die eigenen Gefühle hinterfragt und sich der Dynamiken bewusst wird, die das Verhalten der Figuren prägen. Trotz des frühen Publikumsprotests bei der Berlinale hat sich der Film als ein zentrales Werk im Frühwerk Fassbinders etabliert und markiert den Beginn langjähriger künstlerischer Kooperationen mit Schauspielern wie Hanna Schygulla, Ingrid Caven, Kurt Raab und Ulli Lommel sowie mit Musikern und Kameraleuten wie Peer Raben und Dietrich Lohmann.

Pressematerial © antiteater-X-Film GmbH
Trailer © Arthaus
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
Produzent: Peer Raben, Thomas Schamoni
Musik: Peer Raben, Holger Münzer
Kamera: Dietrich Lohmann
Schnitt: Rainer Werner Fassbinder

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