Film

Lebewohl, meine Konkubine

Veröffentlichungsjahr: 1993 | Genres: Drama, Musikfilm, Historienfilm, Literaturverfilmung, Romanze
Originaltitel: Farewell My Concubine
Schauspieler: Leslie Cheung, Fengyi Zhang, Gong Li, You Ge, Da Ying, Qi Lü, Han Lei, Di Tong, Zhi Yin, Mingwei Ma, Hailong Zhao, Zhenxiang Fei, Dan Li, Yongchao Yang, Fei Huang, Wenli Jiang, Yitong Zhi, Chun Li, David Wu

"Lebewohl, meine Konkubine" (霸王别姬) ist ein 1993 erschienenes chinesisches Historiendrama von Chen Kaige, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Lillian Lee.


Der Film erzählt vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in China die Geschichte zweier Peking-Operndarsteller: Cheng Dieyi (Leslie Cheung), der seit seiner Kindheit auf Frauenrollen spezialisiert ist, und Duan Xiaolou (Zhang Fengyi), sein Bühnenpartner und enger Vertrauter. Ihre künstlerische und persönliche Verbindung wird zunehmend komplexer, als Xiaolou die selbstbewusste Juxian (Gong Li) heiratet. Zwischen Bühne und Wirklichkeit verschwimmen für Dieyi die Grenzen von Rolle, Identität und Gefühl, während äußere gesellschaftliche Veränderungen immer stärker in ihr Leben eingreifen.


Die Entstehung des Films markierte einen Wendepunkt im Werk Chen Kaiges, der nach dem eher poetisch-realistischen Stil früherer Arbeiten wie Yellow Earth bewusst ein epischeres, international ausgerichtetes Projekt realisieren wollte. 1988 erhielt er den Roman von Lillian Lee, dessen emotionale Tiefe er gemeinsam mit der Autorin und dem Drehbuchautor Lu Wei weiterentwickelte; 1991 lag die erste Drehbuchfassung vor. Ursprünglich war Jackie Chan für die Rolle des Cheng Dieyi im Gespräch, lehnte jedoch ab, ebenso kam es mit John Lone zu keiner Einigung, bevor schließlich Leslie Cheung verpflichtet wurde. Cheung sprach für den Film Mandarin – überwiegend synchronisiert vom Pekinger Schauspieler Yang Lixin –, wobei Regisseur Chen in besonders intensiven Szenen Cheungs Originalstimme beließ. Gong Li wurde aufgrund ihrer internationalen Bekanntheit besetzt, um die weltweite Vermarktung zu stärken.


Inhaltlich verbindet der Film fünf historische Epochen – vom Ende der Qing-Dynastie über die Republikzeit, die japanische Besatzung und den Bürgerkrieg bis zur Kulturrevolution – und verknüpft persönliche Schicksale mit nationaler Geschichte. Die Peking-Oper fungiert dabei nicht nur als künstlerischer Rahmen, sondern als Spiegel innerer Identitätskonflikte. Besonders Dieyis lebenslange Identifikation mit der weiblichen Bühnenfigur zeigt, wie stark Kunst, gesellschaftliche Normen und politische Ideologien auf das Individuum einwirken. Chen Kaiges eigene Erfahrungen während der Kulturrevolution, in der er sich öffentlich von seinem Vater distanzieren musste, flossen in die Darstellung dieser Epoche ein.


Nach der Premiere 1993 in Hongkong gewann der Film bei den Filmfestspielen von Cannes gemeinsam mit The Piano die Goldene Palme – als erster chinesischsprachiger Film überhaupt. Es folgten unter anderem ein Golden Globe und ein BAFTA Award; bei den Oscars war er für den besten fremdsprachigen Film und die beste Kamera nominiert. In China wurde der Film zunächst zensiert und zeitweise verboten; insbesondere Darstellungen von Homosexualität, politischer Repression und gesellschaftlichen Traumata führten zu staatlichen Eingriffen. Für die internationale Auswertung kürzte Miramax den Film um 14 Minuten, bevor spätere Restaurierungen wieder die vollständige Fassung zugänglich machten. Heute gilt Lebewohl, meine Konkubine als Schlüsselwerk der sogenannten Fünften Generation des chinesischen Kinos und als einer der bedeutendsten chinesischsprachigen Filme der Filmgeschichte.


Pressematerial: © KNM Home Entertainment
Trailer: © TIFF
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)


Regie: Kaige Chen
Drehbuch: Pik-Wah Lee, Wei Lu
Produzent: Feng Hsu, Jade Hsu, Pin Hsu, Zhenduo Li, Donald Ranvaud, Sun Ying, Xia Zhang
Musik: Jiping Zhao
Kamera: Changwei Gu
Schnitt: Xiaonan Pei

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