Film

In die Sonne schauen

Veröffentlichungsjahr: 2025 | Genres: Drama
Originaltitel: In die Sonne schauen
Schauspieler: Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Susanne Wuest, Luise Heyer, Laeni Geiseler, Lea Drinda, Florian Geißelmann, Gode Benedix, Bärbel Schwarz, Lucas Prisor, Konstantin Lindhorst, Martin Rother, Filip Schnack, Ninel Geiger, Greta Krämer, Luzia Oppermann, Zoë Baier, Anastasia Cherepakha, Liane Düsterhöft, Helena Lüer, Andreas Anke, Claudia Geisler-Bading

"In die Sonne schauen" ist ein deutscher Spielfilm von Mascha Schilinski aus dem Jahr 2025, der als formal eigenwilliges Drama einen assoziativen Erinnerungsstrom entfaltet. Mit Zeitsprüngen über einen Zeitraum von etwa hundert Jahren erzählt der Film die Schicksale von vier Mädchen und Frauen, die auf einem altmärkischen Bauernhof leben oder gelebt haben. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den Figuren, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sodass sich ein vielschichtiges Bild von transgenerationalen Erfahrungen und Traumata ergibt. Die Hauptrollen übernahmen Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky und Laeni Geiseler. Premiere feierte der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Mai 2025, wo er mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Ein regulärer Kinostart in Deutschland ist für September desselben Jahres geplant.

Der Film verzichtet bewusst auf eine klassische narrative Struktur und präsentiert sich stattdessen als filmisches Mosaik, in dem Inszenierung, Kameraarbeit von Fabian Gamper, Sounddesign von Billie Mind, das Drehbuch von Mascha Schilinski und Louise Peter sowie der Schnitt von Evelyn Rack eng miteinander verwoben sind. So entsteht ein formal experimentelles Werk, das sich gängigen Vergleichbarkeiten entzieht.

Auf einem abgelegenen Vierseithof in der Altmark haben über hundert Jahre hinweg Generationen von Menschen gelebt. Die Mauern dieses Ortes tragen ihre Geschichten, ihre Sehnsüchte, ihre Zeit in sich. "In die Sonne schauen" folgt vier Frauen aus verschiedenen Jahrzehnten – Alma in den 1910ern, Erika in den 1940ern, Angelika in den 1980ern und Nelly in den 2020ern –, deren Leben auf geheimnisvolle Weise miteinander verflochten sind. Jede verbringt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie scheinbar nur in ihrer eigenen Gegenwart existieren, drängen sich immer wieder Spuren der Vergangenheit in ihr Bewusstsein: verdrängte Ängste, alte Wunden, verborgene Geheimnisse. So erfährt Alma, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde, und glaubt, unweigerlich deren Schicksal teilen zu müssen. Erika verfängt sich in einer düsteren Obsession für ihren kriegsversehrten Onkel. Angelika schwankt zwischen einer tiefen Todessehnsucht und einem trotzigen Lebenshunger, gefangen in einer zerrütteten Familie. Und Nelly, die vermeintlich geborgen aufwächst, wird von intensiven Träumen und der schweren Last vergangener Ereignisse eingeholt. Als sich schließlich ein tragisches Geschehen auf dem Hof wiederholt, beginnen die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart endgültig zu zerfließen.

Die Inspiration für den Film entstammt einem Besuch von Schilinski und Co-Autorin Louise Peter auf einem Vierseithof im sachsen-anhaltischen Neulingen. Dort, so Schilinski, hätten sie die Jahrhunderte „atmen“ gespürt, was Kindheitsfragen darüber wachgerufen habe, welche Schicksale sich in alten Mauern wohl abgespielt haben mögen. Die Dreharbeiten fanden von Juli bis September 2023 in Neulingen und Vehlgast statt, unterstützt von den Dorfbewohnern, die beim Einrichten der Drehorte halfen und Auskünfte zu historischen Pflugmethoden gaben. Kameramann Fabian Gamper wählte ein 4:3-Format, die Montage verantwortete Evelyn Rack, für den Ton sorgte Billie Mind. Die Musik ist reduziert eingesetzt und konzentriert sich vor allem auf den Song „Stranger“ von Anna von Hausswolff. Produziert wurde der Film von Studio Zentral in Koproduktion mit dem ZDF. Er erhielt Förderungen u. a. vom BKM, DFFF und der Mitteldeutschen Medienförderung.

Bereits das unverfilmte Drehbuch war 2023 mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet worden. Die Jury lobte die kunstvolle Verwebung der vier Zeitebenen sowie die eindrücklichen Bilder, die ein mentales Sittenbild mehrerer Generationen entwerfen. Unter dem internationalen Titel Sound of Falling lief der Film schließlich im Wettbewerb um die Goldene Palme von Cannes und wird von Mubi unter anderem in Nordamerika und Großbritannien vertrieben.

Kritiken betonen, dass "In die Sonne schauen" eher als poetisches, experimentelles Kinoerlebnis denn als klassisch erzählter Film funktioniert. Kino-Zeit bezeichnete ihn als „Grand Tour in die feinsten Verzweigungen der Gefühlswelten dieser vier Frauen“, ein formal mutiges Werk, das zu einem „lebendigen Organismus“ werde, der weit über die Leinwand hinaus wirke. Moviebreak hob die elliptische, von Symbolik getragene Bildsprache hervor, die Traumata und dunkle Geheimnisse erforsche, während Kinokult die poetische Magie der ländlichen Enge betonte. SPOT media schließlich nannte den Film eine „Geistersinfonie“, die nicht erzählt, sondern erfahren werden wolle – ätherisch, rätselhaft und unendlich faszinierend.

Pressematerial ©Neue Visionen Filmverleih


 

Regie: Mascha Schilinski
Drehbuch: Louise Peter, Mascha Schilinski
Produzent: Burkhard Althoff, Henning Falk, Melvina Kotios, Lasse Scharpen, Lucas Schmidt, Maren Schmitt
Musik: Michael Fiedler, Eike Hosenfeld
Kamera: Fabian Gamper
Schnitt: Billie Mind, Evelyn Rack

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