Harvest
Veröffentlichungsjahr: 2024 | Genres: Drama, Historienfilm, Literaturverfilmung
Originaltitel: Harvest
Schauspieler: Caleb Landry Jones, Harry Melling, Neil Leiper, Mitchell Robertson, Stephen McMillan, Oran Charlton, Thalissa Teixeira, Noor Dillan-Night, Gary Maitland, Rosy McEwen, Antonia Quirke, Emma Hindle, Grace Jabbari, Jack Mackay, Lupi Moll, Tom Bonniwell, Gregor Warnock, Logan Buchanan, Maya Bonniwell, Andrew McKeand, Nicola Moll, Leonie Teal Charlton, Paul Fegan, Ruby Isla Heritage Crabb, Edith Elliott, Arinzé Kene, Holly Blakey, Frank Dillane, Gordon Brown, Rory Barraclough, William Alexander, Chester Hayes, Deirdre Henderson
"Harvest" ist ein Filmdrama von Athina Rachel Tsangari, das auf dem gleichnamigen Roman von Jim Crace basiert und in der Ästhetik eines rauen, zeitlosen Westerns von tiefgreifendem Wandel erzählt. In den Hauptrollen sind Caleb Landry Jones und Harry Melling zu sehen. Es handelt sich um Tsangaris ersten englischsprachigen Spielfilm. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2023 in und um Oban in Schottland statt.
In einer unbestimmten Epoche, die an das 18. Jahrhundert erinnert, lebt eine kleine Dorfgemeinschaft in abgeschiedener Ruhe von Viehzucht und Feldarbeit, bis ein einschneidendes Ereignis nach der Ernte die fragile Ordnung ins Wanken bringt. Misstrauen gegenüber Fremden, alte Besitzansprüche und der Wunsch nach größerem Profit beginnen, das bisherige Zusammenleben zu untergraben und stellen die gewohnten Strukturen ebenso infrage wie die moralischen Gewissheiten der Bewohner:innen. Im Zentrum steht ein Mann, der zwischen seiner Verbundenheit zur Dorfgemeinschaft und seiner Nähe zu den neuen Machtverhältnissen hin- und hergerissen ist und dadurch in einen inneren Konflikt gerät, der sinnbildlich für den Umbruch steht. Über mehrere Tage hinweg zeichnet der Film in dichten, oft halluzinatorisch wirkenden Bildern das langsame Verschwinden einer Lebensweise nach und verdichtet dies zu einer atmosphärischen Studie über Tradition, Fortschritt und den Preis, den Veränderungen fordern können.
Gefördert wurde "Harvest" unter anderem von der Film- und Medienstiftung NRW sowie von Creative Europe MEDIA. Tsangari widmete den Film ihren Großeltern in Griechenland, deren einstiges Ackerland heute einer Autobahn gewichen ist. Der Roman Harvest von Jim Crace, der 2013 erschien wurde für mehrere bedeutende Literaturpreise nominiert, darunter den Booker Prize, den Goldsmiths Prize und den Walter Scott Prize. Unter anderem wurde er mit dem James Tait Black Memorial Prize sowie dem International Dublin Literary Award ausgezeichnet. 2019 belegte der Roman Platz 81 auf der Liste der 100 besten Bücher des 21. Jahrhunderts des Guardian. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der logoSynchron GmbH in Köln nach einem Dialogbuch von Klaus Terhoeven und unter der Dialogregie von Roland Hüve. Den Verleih übernahm The Match Factory, während sich der Streamingdienst MUBI die Rechte unter anderem für Deutschland und Österreich sicherte.
"Harvest" feierte seine Premiere am 3. September 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, wo er im Wettbewerb um den Goldenen Löwen gezeigt wurde, und lief anschließend auf zahlreichen internationalen Festivals, darunter in Toronto, New York, London, Chicago, Wien, Mannheim-Heidelberg, Göteborg, Graz, San Francisco und Sydney. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 22. Mai 2025. In Deutschland erhielt der Film eine Freigabe ab 16 Jahren, wobei die FSK die ruhige, stilisierte Erzählweise, die archaischen Bilder sowie die Auseinandersetzung mit dem Ende von Traditionen und dem Aufstieg des Profitstrebens hervorhob und darauf verwies, dass der Film für ein jüngeres Publikum kaum Identifikationsangebote biete, Jugendliche ab 16 Jahren jedoch in der Lage seien, die teils drastischen Darstellungen von Gewalt, Verletzungen, Nacktheit und Sexualität einzuordnen.
Die Kritiken fielen insgesamt gemischt bis positiv aus: Bei Rotten Tomatoes erreichte der Film eine Zustimmungsrate von 73 Prozent, bei Metacritic einen Metascore von 69 von 100 Punkten. Harvest wurde unter anderem für den Europäischen Filmpreis 2024 in die Vorauswahl aufgenommen, erhielt beim Chicago International Film Festival 2024 eine Nominierung im International Feature Competition, wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb um den Goldenen Löwen gezeigt und war beim Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln 2025 sowohl für den Internationalen Spielfilmwettbewerb als auch für den Publikumspreis nominiert. Bei den British Independent Film Awards 2025 wurde das Szenenbild von Nathan Parker ausgezeichnet. Das Soundtrack-Album mit insgesamt 35 Musikstücken erschien Ende Juni 2025 als Download.
Pressematerial © MUBI
Quellen: Wikipedia (CC BY‑SA)
Regie: Athina Rachel Tsangari
Drehbuch: Joslyn Barnes, Athina Rachel Tsangari, Jim Crace (Romanvorlage)
Produzent: Joslyn Barnes, Jonathan Bross, Efe Cakarel, Pascal Caucheteux, Matthew E. Chausse, Alessandro Del Vigna, Marie-Elena Dyche, Sebastian Fröhlich, Viola Fügen uvm.
Musik: Nicolas Becker, Ian Hassett, Caleb Landry Jones, Lexx
Kamera: Sean Price Williams
Schnitt: Matthew Johnson, Nico Leunen