Die Teuflischen
Veröffentlichungsjahr: 1955 | Genres: Drama, Horror, Krimi, Thriller, Literaturverfilmung, Psychothriller, Mystery, Psychodrama, Psychoanalyse
Originaltitel: Les Diaboliques
Schauspieler: Simone Signoret, Véra Clouzot, Paul Meurisse, Charles Vanel, Jean Brochard, Thérèse Dorny, Michel Serrault, Georges Chamarat, Robert Dalban, Camille Guérini, Jacques Hilling, Jean Lefebvre, Aminda Montserrat, Jean Témerson, Jacques Varennes, Georges Poujouly, Yves-Marie Maurin, Noël Roquevert, Pierre Larquey, Jean Pierre Bonnefoux, Christian Brocard, Jean Clarieux, Henri Coutet, Michel Dumur, Johnny Hallyday, Henri Humbert, Zappy Max, Roberto Rodrigo, Madeleine Suffel, Jimmy Urbain
"Die Teuflischen" (Originaltitel: Les Diaboliques) ist ein französischer Psychothriller aus dem Jahr 1955 von Regisseur Henri-Georges Clouzot, der gemeinsam mit René Masson, Jérôme Géronimi und Frédéric Grendel auch das Drehbuch verfasste. Der Film basiert auf dem Roman Celle qui n’était plus (deutsch: Die Teuflischen, 1952) von Pierre Boileau und Thomas Narcejac und gilt als stilbildendes Meisterwerk des Genres. In den Hauptrollen brillieren Simone Signoret, Véra Clouzot und Paul Meurisse, begleitet von Charles Vanel, Michel Serrault und Pierre Larquey.
Die Handlung spielt in einem abgelegenen französischen Internat, dessen tyrannischer Direktor Michel Delassalle seine Umgebung mit Brutalität und Zynismus beherrscht. Seine Ehefrau Christina, eine fragile Frau mit Herzleiden und seine Geliebte Nicole, eine resolute Lehrerin, sind gleichermaßen Opfer seiner Grausamkeit. Statt Rivalinnen zu sein, schließen sich die beiden Frauen zu einem unheilvollen Bündnis zusammen, das bald einen gefährlichen Plan entstehen lässt. Doch was zunächst wie eine Befreiung wirkt, führt zu einer Kette unheimlicher Ereignisse, bei denen Realität und Wahn zunehmend verschwimmen.
Clouzot inszeniert das Geschehen mit minutiöser Präzision und einem Gespür für psychologische Spannung, das den Film zu einem der beklemmendsten Thriller seiner Zeit macht. Die dichte Atmosphäre, die kontrastreiche Schwarzweißfotografie von Armand Thirard und die zurückhaltende Musik von Georges van Parys erzeugen eine stetig wachsende Beklemmung, die bis zur letzten Sekunde anhält. "Die Teuflischen" ist ein Musterbeispiel dafür, wie Clouzot mit Tempo, Schweigen und Andeutung arbeitet, um die Nerven des Publikums bis zum Zerreißen zu spannen.
Der Film wurde bei seiner Uraufführung am 29. Januar 1955 in Paris zu einem sensationellen Erfolg und zählt heute zu den großen Klassikern der Filmgeschichte. Kritiker:innen lobten seine elegante Inszenierung, die psychologische Tiefe und die kompromisslose Konsequenz der Erzählung. Der Lexikon des internationalen Films bezeichnete ihn als „hervorragend inszenierten und gespielten düsteren Film, der bis zur schockierenden Schlusswendung hintergründig, packend und präzise bleibt“. Auch internationale Stimmen, darunter Roger Ebert, würdigten den Film als zeitlos und meisterhaft konstruiert.
"Die Teuflischen" wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Prix Louis Delluc, dem New York Film Critics Circle Award und dem Edgar Allan Poe Award. Er beeinflusste nachhaltig das Genre des Psychothrillers und gilt als Inspirationsquelle für spätere Klassiker wie Psycho (1960) von Alfred Hitchcock oder Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962). Bis heute gilt Clouzots Werk als Lehrstück in Suspense und psychologischer Spannung – ein Film, der seine Wirkung auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung nicht verloren hat.
Pressematerial ©Concorde Home Entertainment
Trailer ©Klokline Cinema
Regie: Henri-Georges Clouzot
Drehbuch: Pierre Boileau, Thomas Narcejac, Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi, René Masson, Frédéric Grendel
Produzent: Henri-Georges Clouzot, Georges Lourau
Musik: Georges Van Parys
Kamera: Armand Thirard
Schnitt: Madeleine Gug