Bronson
Veröffentlichungsjahr: 2008 | Genres: Action, Drama, Biopic, True Crime, Prison, Crime
Originaltitel: Bronson
Schauspieler: Tom Hardy, Matt King, James Lance, Amanda Burton, Kelly Adams, Juliet Oldfield, Jonathan Phillips, Hugh Ross, Mark Powley, Andy Linden, Jonny Phillips, Gordon Brown, Luis Soto, Bruce Byron
"Bronson" ist eine britische Filmbiografie aus dem Jahr 2008, inszeniert von Nicolas Winding Refn. Der Film erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Michael Gordon Peterson, der sich selbst den Namen „Charles Bronson“ gab und von Tom Hardy verkörpert wird. Bekannt als „gefährlichster Häftling Britanniens“ zeigt der Film, wie aus Peterson ein berüchtigter Gefängnisinsasse wurde.
Michael Peterson (Tom Hardy) träumte stets von Ruhm und Anerkennung, doch ohne Talent zum Singen oder Schauspielern schien ihm der Weg ins Rampenlicht verwehrt. Obwohl er aus einer behüteten Familie stammt, liebte er es schon als Kind, Mitschüler:innen und Lehrer:innen zu provozieren und zu schlagen. Nach der Schule nahm er einen einfachen Job an und gründete mit seiner Partnerin Irene (Kelly Adams) eine Familie. Doch das monotone Leben der Mittelmäßigkeit war für ihn unerträglich. Auf der Suche nach einem Ausbruch überfiel er mit einer abgesägten Schrotflinte ein Postgeschäft – ein Verbrechen, das ihm sieben Jahre Haft einbrachte. Im Gefängnis begann Peterson, seine eigene Sicht auf die Dinge zu entwickeln. Er betrachtete seine Zelle als Bühne, auf der er seine „Kunst“ perfektionieren konnte.
"Bronson", der weltweit etwas mehr als 2 Millionen US-Dollar einspielte, wurde in Deutschland am 22. Dezember 2009 auf DVD veröffentlicht.
Trailer ©Magnolia Pictures
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Brock Norman Brock, Nicolas Winding Refn
Produzent: Suzanne Alizart, Mark Brooke, Jessica Cooke, Sean Faughnan, Simon Fawcett, Danny Hansford, Jane Hooks, Nick Love, Paul Martin, Rob Morgan, Allan Niblo, Kate Ogborn, Rupert Preston, James Richardson, Thor Sigurjonsson
Musik: Johnny Jewel
Kamera: Larry Smith
Schnitt: Matthew Newman
Ein Kommentar1 Kommentare
Dass „Bronson“ von Nicolas Winding Refn wieder etwas ganz besonderes werden würde, war mir von vorn herein klar. Schließlich konnte er mich bereits mit seinen Werken „Drive“, „Only God Forgives“ und „The Neon Deamon“ begeistern. Vor allem hat Nicolas Winding Refn ein unfassbares Feingefühl für Ästhetik. Auch dies kristallisiert sich erneut in „Bronson“ heraus. Larry Smith, der auch bei „Only God Forgives“ Kamera führte, bildet mit dem Regisseur ein unschlagbares Team. Besonders die Perspektivwechsel sind gelungen und besitzt „Bronson“ eine sehr außergewöhnliche Belichtung. Oft wird das Licht von oben auf den Protagonisten gelenkt, so als würde er in einem Scheinwerfer Spot stehen. Ein ähnliches Lichtbild sah ich dieses Jahr in „Kinds of Kindness“ von Giorgos Lanthimos.
Neben der visuellen Arbeit ist es jedoch auch Hauptdarsteller Tom Hardy, der dem Film Leben gibt. Er mimt den Häftling unfassbar facettenreich, ein Blick reicht aus, um dessen Gefühle zu erkennen. Die Authentizität, die Hardy in die Rolle einbringt ist gänzlich überzeugend. Außerdem gelingt es ihm, Charles Bronson, wie sich der Häftling Michael Peterson später selbst nannte, auch eine weiche Seite zu geben.
Faszinierend ist auch das Setting von „Bronson“, denn der Film spielt überwiegend in engen Räumen und Gefängniszellen. Besonders opulent kommt da der große Saal in der Heilanstalt zur Geltung, der trotz seiner Leere, wie eine Kunstkulisse wirkt. Die engen Räume sind gut eingesetzt und Larry Smith setzte den Hauptdarsteller perfekt in Szene. Vor allem durch die perspektivischen Veränderungen, formt der Kameramann eine gewisse Dynamik für den Film.
Außerdem muss man noch erwähnen, dass Nicolas Winding Refn wieder ein unglaubliches Gespür dafür hat, Musikstücke gekonnt in die Handlung einfließen zu lassen. Der Soundtrack von Johnny Jewel, der überwiegend klassische Stücke beherbergt, ist für „Bronson“ wie geschaffen und kristallisiert auch das künstlerische in dem Protagonisten heraus. Zusätzlich wird die Dramaturgie verstärkt, besonders, da die Stücke auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden.
FAZIT ZU „BRONSON“?
„Bronson“ ist erneut ein visueller Hochgenuss, den man von Nicolas Winding Refns Filmen gewohnt ist. Tom Hardy trägt den Film mit Bravour und auch der Einsatz von Kamera, Licht und Soundtrack machen „Bronson“ zu einem unglaublich künstlerischem Erlebnis. Ein etwas anderes Biopic und ein kunstvoller Gefängnisfilm.